Menü - Label
Das letzte Slide - Plage oder Chance?  Drucken 
Mittwoch, 26. November 2008
 

Das letzte Slide Das letzte Slide - Plage oder Chance?
„Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“ Ein Satz, beinahe so populär wie „Bei Risiken und Nebenwirkung fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“. Er ziert Deutschlands Präsentationsfolien. Manchmal kommt das letzte Slide, die letzte PowerPoint-Folie auch in den Varianten „Welche Fragen darf ich Ihnen beantworten?“, „Noch Fragen?“ oder einem Strichmännchen und dem lakonischen Wort „Fragen?“ daher.
Der erste Eindruck prägt, der letzte bleibt. Der eine oder andere mag diesen Satz bereits gehört, aber auch schnell wieder vergessen haben.


Stellen Sie sich vor, Sie gehen ins Theater und sehen Maria Stuart. Eine fantastische Vorstellung; Sie sind begeistert. Die Schauspieler verbeugen sich. Sie klatschen, und im Hintergrund taucht, übergroß an die Leinwand geworfen, der Text auf: „Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit“.

Meine Frage an Sie:
• Mit welchem Eindruck gehen Sie nun aus dem Theater?
• Hat die Leistung der Schauspieler durch diesen Satz gewonnen oder verloren?

Zurück zu Deutschlands Präsentationsfolien. Wäre es nicht effektiver, wenn die letzte Folie die Kernbotschaft enthielte? Immerhin hat der Redner aus diesem Grund ja erst die Bühne betreten ¬ um eine Botschaft loszuwerden. Wie selbstbewusst und vertrauenerweckend wirkt der, der sich am Ende seines Vortrages für die Aufmerksamkeit bedankt? Natürlich. Wir sind alle zur Höflichkeit erzogen und bedanken uns gern. Auch klar, dass es scheinbar alle mit der letzten Folie so halten. „Man“ macht das halt so. Aber es gibt eine wesentlichere Botschaft, die im Kopf des Publikums hängen bleiben sollte.

Eine Beobachtung, die ich bei meinen Wirkungscoachings oft mache: Die meisten Präsentatoren investieren viele Gedanken in den Inhalt, aber die wenigsten erkennen, wie wichtig der Anfang und wie wesentlich der Schluss ist. Verkäufern fehlt es häufig an dieser Abschlusssicherheit - und auf der Bühne werden wir allzu leicht zu Verkäufern mit fehlender Abschlusssicherheit.

Am Anfang der Präsentation führen Sie – wie man im Theater sagt – die Figuren ein. Hier legen Sie den Grundbaustein Ihrer Kompetenz. Je nachdem wie der Redner sich am Anfang positioniert und über sich selbst spricht, desto mehr oder weniger Kompetenz sprechen wir ihm zu.
Am Ende der Präsentation legen Sie den Grundstein für die weitere Zusammenarbeit. Aber wenn sich niemand mehr an Sie erinnern kann, dann wird sich auch niemand bei Ihnen melden. Die ganze Arbeit, die Sie in die Präsentation gesteckt haben? Verpufft.
Wie sollte nun ein guter Abschluss aussehen? Wie kann man die letzte Folie richtig nutzen?

Ziel umsetzen

Das hängt vom Ziel Ihrer Präsentation oder Rede ab. Es ist ein Unterschied, ob Sie dem Geschäftsführer Lösungsalternativen als Entscheidungsgrundlage vorstellen, die anschließend diskutiert werden sollen, oder ob Sie für Ihre Firma neue Kunden akquirieren. Selbstverständlich unterscheiden sich letzte Folienseiten von Fall zu Fall, eines ist ihnen aber gemeinsam: Sie haben sich für Ihre Präsentation oder Rede ein Ziel gesetzt. werfen Sie einen Blick auf dieses Ziel und überlegen Sie, wie Sie dieses Ziel mit diesem „letzten Wurf“ erreichen können. Was soll Ihr Publikum tun?

Beispiel I: Herr Steirer ist selbständiger Berater. Er hält einen Vortrag vor potenziellen Kunden. Sein Ziel: neue Kunden gewinnen. Um nun am Ende der Präsentation neue Wege zu bahnen, setzt er auf die letzte Folie sein Foto, seine Internet-Adresse, E-Mail-Adresse und Mobilnummer und schließt mit den Worten: „Meine Damen und Herren, ich freue mich auf Ihren Anruf!“

Beispiel II: Das Unternehmen Haupts hat einen Messestand und organisiert Vorträge, um neue Kunden auf sich aufmerksam zu machen. Auf die letzte Folie steht daher der - knappe und sehr eingängige - Slogan des Unternehmens, Hallen- und Standnummer und ein Foto des Standes. So erkennt jeder den Stand sofort wieder. Folgerichtig lautet der abschließende Satz des Redners: „Meine Damen und Herren, bis gleich auf unserem Stand 334 in der Halle B2.“

Denken Sie daran: Ihre letzte Aussage bleibt am nachhaltigsten im Kopf Ihres Zuschauers. Überlegen Sie sich daher gut, was Sie platzieren wollen. Ich nenne das gern die „Handlungsaufforderung“, denn im Idealfall ist dies tatsächlich die Aufforderung für den Zuschauer, nun aktiv zu werden und die Begeisterung, die er während des Vortrages empfunden hat, im Handeln umzusetzen.

Jetzt sind Sie dran

Natürlich gibt es Unmengen an Möglichkeiten, diese letzte Folie zu füllen und den Schlusssatz zu gestalten. Sicherlich haben auch Sie viele hervorragende Ideen dazu. Und genau um die geht es nun, um Ihre Ideen und Anregungen. Mit diesem Newsletter gibt es auch einen neuen Blog. Dort stehen wöchentlich neue Beiträge zu den Themen „Präsentation, Verkaufen, Messe, Körpersprache, Stimme und Sprache“. Ich lade Sie herzlich ein, Ihre Ideen und Ansichten zum Thema „Letztes Slide“ in diesem Blog mit anderen zu teilen.

Mit herzlichen Grüßen

Christine Riedelsberger

   

Kommentare  
 

Durschnittliche Benutzerbewertung

 

Angezeigt werden 6 von 6 Kommentar(en)

Claudia Feldberg,
14.April 2010

Das ist genau der Schubs der mir gefehlt hat. 
Jetzt kann ich meine Pr5äsentation würdig abschließen.

 

V.,
16.Juni 2009

Guten Tag Frau Riedelsberger, 
ich bin durch Zufall auf Ihre Internetseite gestoßen weil ich das Ende einer Präsentation etwas optimieren möchte und habe Ihren Beitrag gelesen. Ich habe jetzt auf der letzten Seite meine 
Kernbotschaft bz.. Kernziel formuliert. Danke für Ihren Beitrag.

 

Roach,
20.Februar 2009

Very interesting article :)

 

uschy lepple,
06.Januar 2009

hallo, frau Riedelsbeger, 
habe mit tomtiller ein seminar besucht und bin darüber auf ihre website gelangt....zu meiner großen freude....und nutzen....vielen dank und großes kompliment! werde sicher öfter hier sein und bin gespannt auf weitere gute, konstruktive und inspirierende gedanken von ihnen... 
herzliche grüße aus der südwestecke 
 
uschy lepple

 

Birgit Fabich,
04.Dezember 2008

Wenn ich an Slideshows denke, die ich so gesehen habe, dann zaubern zwar die 'niedlichen Zeichnungen' zum Schluß ein Lächeln auf die Gesichter der Zuhörer - weil es endlich vorbei ist und nun gemütlich werden kann - ,  
aber intensiver für den Nachklang sind mir zum Beispiel die Bilder bei der Gesellschaft Deutscher Tierfotografen im Gedächtnis geblieben, wonach ich nur noch Kofferpacken und dahin fahren will, um es selbst zu erleben.  
Also packen wir es an und machen es besser. 
Danke für den Artikel und das sanfte Rütteln. 
Gruß Birgit Fabich

 

Svetlik,Werner,
27.November 2008

Liebe Christine, vielen Dank! Habe mit Interesse Deine Ausführungen gelesen. 
Eine schlagwortartige Zusammenfassung der Vor- und Nachteile auf der letzten Folie ist immer der beste Weg um allen , die in den meisten Fällen dringend notwendigen Verbesserungen/Einsparungen nochmals vor Augen zu führen 
Grundsätzlich sollten entsprechende Unterlagen sehr persönlich mit Anschrift und Namen der Teilnehmern versehen an diese am Ende des Seminars übergeben werden. Dabei ist wichtig einen Anprechpartner zu nennen.

 

Angezeigt werden 6 von 6 Kommentar(en)



Kommentar verfassen
Name
eMail
Kommentar
 
Verfügbare Zeichen: 600
 
  Mathguard Sicherheitsfrage:
N           W4O      
E H    1    G O   XKL
EC5   CXM   T55      
  6    Y      Q   2PP
  X         7O2      
   
   



mXcomment 1.0.9 © 2007-2014 - visualclinic.fr
License Creative Commons - Some rights reserved
Christine Riedelsberger

Christine Riedelsberger
Päd. M.A. Theaterpädagogin
Ridlerstraße 36
D - 80339 München

Tel
Fax
Mobil
+49 89 - 13 93 60 89
+49 89 - 13 93 61 64
+49 177 - 259 38 58
Auszeichnungen

 Verlinkungslogo

 top-speaker

Netzwerke

xing_link