Oft gehört und viel zitiert: Um erfolgreich zu sein, muss man sich von der Masse absetzen. Auch immer wieder gern zitiert: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Gesagt, getan, man ist ja willig. Man poliert seine Alleinstellungsmerkmale auf Hochglanz und steht früh auf. Nur was tun, wenn es vom Erfolg noch ein bisschen mehr sein darf?
Müde und bepackt schleppen sich Messebesucher zurück ins Büro, die Taschen vollgestopft mit Papier und die Ohren mit Gerede. Im Büro wandern Broschürenberge und Messekataloge – nach ein paar schuldbewussten Wochen – oft ungesehen in den Mülleimer. Wer hat schon die Zeit, sie durchzuarbeiten? Und was bleibt von der Botschaft des Ausstellers haften? Gute Frage.
Als Messebesucher sind wir auf der Suche nach schnellen, handlichen, einprägsamen Infoformeln. Bekommen? Tun wir die selten.
Auch wenn es in Walter Mischels Marshmallow Experiment um etwas ganz anderes ging, eines beweist es anschaulich: Wie grässlich lang sich die Zeit zieht, wenn nichts passiert.
Stellen Sie sich vor, Sie stehen auf dem Zehnmeterbrett. Vor Ihnen das tiefe Wasser, hinter Ihnen bereits der Nächste, der springen will. Ein letzter Blick in die Tiefe, noch mal tief geatmet, konzentrieren. Da ertönt von hinten eine Stimme „Mei, wird das heute noch was?“
An einer jungen Dame scheiden sich beim Eurovision Songcontest die Geister. Sie trägt zwei verschiedene Schuhe, weil sie sich für kein Paar entscheiden kann, wirkt meist entspannt, aber verdreht vor laufender Kamera die Finger, weil sie aufgeregt ist: Sie ist kompromisslos unangepasst. Man reibt sich an ihr. Aber – da endlich sind sich Bewunderer wie Kritiker einig – Lena Meyer-Landrut ist „echt“.
Ein oft gehörter Satz in Präsentationsseminaren. Als ich eine Teilnehmerin vor ihrem Auftritt frage, wer ihr Publikum sei, winkt sie ab: „Ach, nur Kollegen“. Sie tritt auf, hält ihre Präsentation. Wir erfahren nicht, wer sie ist oder in welcher Beziehung sie zu dem Thema steht.